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Keine Angst vor Währungsschwankungen

Viele Anleger kaufen nur Aktien aus der Eurozone, um Währungsschwankungen auszuschließen. Gerade als Anfänger erfordert es etwas Mut, in Aktien zu investieren, die in Dollar, Pfund, Schweizer Franken oder Yen notieren. Schließlich handelt es sich, mathematisch gesprochen, um Investments mit zwei Unbekannten: der Kursentwicklung der Aktie selbst und der Entwicklung des Wechselkurses.

Wer sein Geld langfristig anlegt – und das sollte man als Privatanleger grundsätzlich tun – für den spielen Wechselkursschwankungen keine Rolle. Große, multinationale Konzerne wie beispielsweise General Electric sind in verschiedensten Währungsräumen aktiv. Sie verdienen ihr Geld in erster Linie in Dollar, aber auch in Euro, Yen und etlichen weiteren Währungen. Die Währung, in der diese Gewinne bilanziert werden und in der der Aktienkurs dargestellt wird, spielt daher keine Rolle. Denn: Legt der Euro gegenüber dem Dollar an Wert zu, verbessert sich für General Electric die Ertragssituation, weil das Unternehmen beispielsweise gegenüber Siemens preislich einen Wettbewerbsvorteil hat. Das wirkt sich kurzfristig zwar kaum auf den Aktienkurs aus, führt mittelfristig aber zu entsprechend höheren Notierungen.

Beschränkt man sich bei seinen Investments auf eine Währung, geht man genau genommen sogar ein höheres Risiko ein. Verliert der Euro gegenüber dem Dollar an Wert, macht sich das im Alltag beim nächsten Tankstopp sofort bemerkbar. Im Aktiendepot hat das hingegen einen nivellierenden Effekt. Ich habe etwa ein Drittel meines Aktienkapitals in Euro-Aktien investiert, die Hälfte in Dollar und den Rest in Schweizer Franken und Britischem Pfund. Wenn die Bonität der Griechen und Portugiesen mal wieder angezweifelt wird und der Euro fällt, schließt mein Depot trotz Kursverlusten im Dax oft mit einem kleinen Gewinn. Andererseits habe ich natürlich auch ab und zu Verluste, wenn der Dax und der Euro gleichzeitig steigen.

Fazit: Wer in Aktien investiert, der kauft einen Sachwert und profitiert langfristig gesehen von seiner Wertsteigerung. Entscheidend ist, dass General Electric jedes Jahr ein paar Dampfturbinen mehr verkauft, denn das steigert den inneren Wert des Investments. In welcher Währung dieser Wert ausgewiesen wird, ist zweitrangig, denn die Erfahrung zeigt, dass sich Wechselkursschwankungen langfristig immer ausgleichen – entweder durch eine Angleichung der Wechselkurse selbst oder durch einen überproportionalen Anstieg oder Rückgang des in der Fremdwährung notierten Aktienkurses.

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